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Vier historische und erstaunliche Knopf-Trends

Vier historische und erstaunliche Knopf-Trends

Trends in der Mode bestimmen seit eh und je, wer mit der Zeit geht und sich modern kleidet. Mode-Trends beschränken sich aber nicht nur auf Hosen, Röcke, Handtaschen oder Hüte. Auch kleine Mode-Accessoires wie Verschlüsse und Knöpfe erfahren im Laufe der Zeit Trends. Dass Knopf-Trends kein neu-modernes Thema sind, sondern diese bereits seit viele Hundert Jahren bestehen, ist vielen unbekannt. Aus diesem Grund möchten wir uns die Knopf-Trends der Vergangenheit genauer ansehen.

Geometrische Anordnung von Knöpfen

Wie in unserer heutigen Zeit alle paar Jahre die Mode wechselt und sich Trends durchsetzen, waren zeitliche Trends auch bei der Knopf-Mode zu beobachten. Im 17. Jahrhundert setzte sich ein neuer, noch nicht dagewesener Knopf-Trend durch: Besonders zarte und mit Stoff bezogene Knöpfe zierten die Kleider der Leute. Die Knöpfe wurden zu diesem Zeitpunkt zur reinen Zierde eingesetzt. So wurden die Knöpfe zudem auch geometrisch angeordnet wie beispielsweise in Reihe gegliedert oder entlang der Schulter aufgereiht. Besonders die langen und weiten Ärmel besaßen sehr viel Stoff, der durch die Bestückung mit Knöpfen das uniforme Aussehen auflockerte und ansehnlicher wurden. Aber auch die Ober-Garderobe der Männer wurden von der Brust bis zur Hose mit Knöpfen in Reih und Glied bestückt.

Von der Miniaturmalerei zum Knopf-Trend

In der Mode der Knöpfe setzte sich wenige Zeit später noch ein weiterer Trend durch: In filigraner Handarbeit wurden die verschiedensten Knöpfe aufwendig und kunstvoll bemalt. Dieser Trend schwappte von der berühmten Miniaturmalerei über. Die Miniaturmalerei zeigte Gemälde in pastoralen Farben von Landschaften und Porträts. Aber auch architektonische Motive und mythologische Szenen wurden in Kunstwerken ausgedrückt. Die Miniaturmalerei begrenzte sich aber nicht nur auf Papiermalerei, sondern wurde auch auf Wände und Schmuckstücke übertragen. Genau zu diesem Zeitpunkt versuchten sich extravagante Künstler erfolgreich mit der kunstvollen Bemalung von Knöpfen verschiedenster Materialien. Jedem kleinen Kunstwerk wurde sich lange gewidmet und aus diesen entstanden einzigartige Unikate, die es nirgendwo anders zu erstehen gab. Die Knopf-Künstler wurden aus diesem Grund hoch respektiert.

Staatlicher Erlass zum Seiden-Knopf

In Frankreich setzte sich im 18. Jahrhundert ein außergewöhnlicher Knopf-Trend durch. Dieser Trend entwickelte sich nicht durch das sonst übliche Geschehen in der Mode, sondern durch starke Einflüsse des Staates auf das Knopf-Geschehen. Es trat ein Gesetz in Kraft, das die Seidenweberei verstärkt in Schutz nahm. Das Gesetz kontrollierte fortan den französischen Markt mit dem Handel des feinen Seiden-Stoffs. Diese Regelung hatte Einfluss auf den Preis und die Handelsbeziehungen mit fernen Seiden-Herstellern. Seide gab es plötzlich im Übermaß und alles wurde damals in Seide gehüllt. Dass dieser staatliche Einfluss auch bei der Knopf-Mode nicht zum Halt kam, war logische Konsequenz. Plötzlich liefen alle Frauen mit Seiden-Kleidern herum, die zusätzlich mit Seide überzogenen Knöpfen bestickt waren.

Günstiges Glas als Bernstein-Ersatz

Im 18. Jahrhundert entstanden durch die ersten Habitat-Knöpfe ein weiterer Knopf-Trend. Habitat-Knöpfe sind in ihrer Grundform Knöpfe aus Glas. In dem Glas sind kleine Fremdkörper eingeschlossen, die aus den verschiedensten Materialien bestanden: Porzellan-Fragmente, Elfenbein-Knochen, Grashalme, Blumenknospen, kleine Muscheln oder Insekten. Dieser Knopf-Trend entwickelte sich aus der hohen Nachfrage nach Schmuckstücken aus Bernstein. Bernstein war zu dieser Zeit ein sehr teures Produkt, das sich nur die wohlhabendsten Menschen leisten konnten. Außerdem waren Bernstein-Waren kaum verfügbar, da diese ein seltenes Naturprodukt waren und eher zufällig gefunden wurden. Ein kommerzieller Abbau von Produkten, in denen Insekten eingeschlossen waren, war nicht möglich. Der günstige Ersatz von Habitat-Knöpfe aus Glas kam deshalb genau zur richtigen Zeit und setzte sich als wahrer Hype durch.

Neele von Justafewthings.de hat ebenfalls einen interessanten Artikel über Knöpfe als heutiges Mode-Accessoire geschrieben. Was auffällt, ist, dass Knöpfe sogar minimalistische Kleider stark aufwerten und unifarbenen Gewändern das besondere Etwas geben. Im Vergleich zur damaligen Knopf-Mode hat sich heutzutage nicht viel geändert und der Knopf gilt noch immer als klassisches Mode-Tüpfelchen.

Dieser Artikel ist der 4. Teil unserer Knopf-Reihe. In Teil 1 haben wir unsere Knopf-Liebe in einem Gedicht auszudrücken versucht. Im 2. Teil versuchten wir den Erfinder des Knopfes ausfindig zu machen. Dem 3. Teil widmeten wir den Kopfmachern. In Teil 5 unserer Knopf-Reihe haben wir uns bereits Glasknöpfe genauer angeschaut.

Falls Du jetzt Lust bekommen hast, mit den Knöpfen aus Deiner Knopf-Sammlung ein neues DIY-Projekt anzufangen: In unserem Shop haben wir das passende Material für die nächste Bastel-Session! Wir wünschen Dir viel Spaß und Neugier!

P.S.: Schau mal bei Pinterest oder Instagram nach, was andere Gleichgesinnte mit unseren tailorcrate-Materialien gemacht haben! Dabei kannst Du Dich für Dein nächstes Knopf-Projekt inspirieren lassen.

 

Dein tailorcrate Team aus Braunschweig!

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